Dienstag, Juli 18, 2006

Die Philippinen und Thailand und angeblicher Sextourismus

Nachdem ich im Bekanntenkreis, auf der Arbeit und seit neuestem mich sogar im europäischen Ausland rechtfertigen muß für meine Entscheidung, warum ich mich für eine Filipina interessiere und weil das immer gleich von etlichen, offenbar neidischen oder offenbar weniger gebildeten Zeitgenossen mit Sextourismus gleichgesetzt wird, fand ich es an der Zeit, hier in diesem Weblog, wo ich seit neuestem Mitglied bin, mal ein paar Sätze zu sagen.

Erst einmal ist mir aufgefallen, es gibt diverse Zeitgenossen, die immer Thailand und die Philippinen in einen Topf werfen. Wenn ich das immer höre, weiß ich im Grunde, mit welcher Sorte Gesprächspartner ich es zu tun habe. Aber Pisastudie lässt grüßen!

Meine Meinung ist: Wer jemand aburteilen will, sollte sich erst mal ein bisschen informieren, was man da gerade beschlossen hat, schlecht zu machen. Ich will versuchen, in einer lockeren Reihe das meine dazu beizutragen, daß hier mal mehr Licht ins dunkel gebracht wird.

Ich will hier in meinem ersten Text ganz kurz eine wichtige Fakten anreißen, deren Bearbeitung eigentlich ein eigenes Kapitel wert sind. Könnte ich bei einem der nächsten Male behandeln.

Also: Die Philippinen sind ein Inselstaat. Es gibt rund 7400 Inseln. Und sie sind katholisch. Thailand liegt auf dem Asiatischen Festland und es herrscht hauptsächlich der Buddhismus vor.

Auf den Philippinen wird die Lateinische Schrift verwendet und aufgrund der Historie hat das Englisch als eine übergreifende Sprache Einzug gehalten. In Thailand schreibt man eine ganz andere Schrift und auch das Englisch ist nicht sehr verbreitet. Allerdings sind natürlich auch die anderen 70 Sprachen und Dialekte auf den Philippinen noch in Gebraucht

Beide Länder unterscheiden sich fundamental in ihrer Geschichte und schon alleine deshalb kann man diese beiden Länder nicht in einen Topf werfen. Man würde gleich 2 Völker beleidigen und auch wird man den Unterschieden nicht wirklich gerecht.

Auch ist es keineswegs so, daß Europäer, die auf die Philippinen fliegen, grundsätzlich nur als Sextouristen dorthin fahren. Ok – ich will nicht verschweigen, daß es das gibt. Thailand hat da seine Spezialorte, genauso wie die Philippinen, die ich aber hier gewiss nicht nenne werde. Informationen dazu bitte in einem der vielen Philippinenforen suchen.

Deshalb willl ich hier nicht das Ziel über den Sextourismus zu reden und dessen teilweise fragwürdigen Folgen, sondern ich möchte mal einfach darüber reden oder aufzeigen, wie viele normale Europäer und hier in diesem Fall namentlich Deutsche, sich für eine viel bessere Völkerverständigung einsetzen , zwischen Deutschland und den Philippinen als es die doch eher steifen und wenig interessierten Politiker es jemals könnten.

In der Zeit, als die großen Anwerbeverfahren in Deutschland liefen, kamen die ersten Filipinas nach Deutschland um oft in Krankenhäusern zu arbeiten. Und durch ihr Wesen und Auftreten wurden sie bei vielen Patienten sehr schnell äußerst beliebt. Viele Filipinas wurden dann im wahrsten Sinne des Wortest einfach weg geheiratet., oft von deutschen Männern, die von den phil. Schönheiten schon damals verzaubert waren. Diese Ehen haben oft schon das 25. Aniversary hinter sich.

Leider kamen dann in den späten 90er Jahren auch Frauen nach Deutschland, die nur die Absicht hatten, in Deutschland das Sozialsystem auszunutzen. Denn auf den Philippinen geistern teilweise Märchen über das Schlaraffenland Deutschland, das kann man sich kaum vorstellen. Denn noch immer kann man ja in Deutschland wohnen, ohne das man arbeiten muß. Der deutsche Staat lässt zur Zeit noch niemand verhungern. Das ist auch außerhalb von Deutschland bekannt, zumindest bruchstückhaft. Doch Anmerkungen dazu in einem anderen Beitrag.

Ich möchte übrigens darauf hinweisen, daß sich der Trend offenbar umdreht: Immer mehr Deutsche möchten auf die Philippinen um dort zu wohnen. Auch auf dieses Phänomen und die sich daraus ergebenen Folgen will ich demnächst noch näher eingehen.

Zum Abschluß dieses Textes möchte ich einmal dazu auffordern, daß in Zeiten der Globalisierung es ganz wichtig ist, daß wir von „Den Anderen“ wissen. Denn ich habe festgestellt, je weiter man von Deutschland weg ist, desto weniger wissen die Menschen wirklich über Deutschland. Sollte einer der Leser dieses Textes mal das Glück haben, auf eine phil. Feier in Deutschland eingeladen zu werden, kann ich nur raten, einfach mal mitmachen. Nicht nein sagen, ich kann nicht ich weiß nicht. Einfach mal mit machen. Wer dort keine gute Laune bekommt, ist selber schuld. Außerdem kann man dort etwas lernen, wie man Leute kennen lernt und auf einander zu geht.

Ganz abgesehen davon, daß man auch mal dazu kommt, Speisen und Gerichte kennen zu lernen, die man vorher noch nicht einmal vom Hörensagen kannte. Ich habe früher oft auf solche Feiern zugebracht. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Aufgrund meiner Lebenssituation muß ich damit jedoch erst einmal eine Pause machen.

Denn, ich hatte leider auch großes Pech mit den Philippinen, oder besser mit einer Filipina. Aber trotzdem habe ich in meinem quasi selbst gewählten Exil festgestellt: Ich will nirgends woanders mehr hin. Auf den Philippinen im Kreise netter Menschen kann man sich als Fremder auf eine seltsame Art wie zu Hause fühlen.

Mein Ziel heißt immer noch „Philippinen“. Dieses Land hat eine Faszination, die vielleicht Leute nachempfinden können, die mal im südlichen Afrika unterwegs waren. Denn auch hier sagt man: Einmal Afrika, immer Afrika. Das ist wie das Malariavirus, das man nur ganz schlecht wieder los wird.

Und dies alles bleibt den Einfältigen verwehrt, die immer gleich verurteilen und sagen: “Ich kaufe keine Frau!“ oder „das sind ja nur Sexistische Leute die auf die Philippinen fliegen, weil sie zu Hause keiner mehr will!“

Sie bringen sich somit traurigerweise um Erfahrungen, die eigentlich bereichern könnten. Man muß allerdings bereit sein, über den Tellerrand zu schauen.

Ok – bis zum nächsten Text!

Mindorofan

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